Spielbericht zum 8ten Saisonspiel

Wer am vergangenen Samstag der laufenden Fußball-Europameisterschaft absagte und stattdessen den Weg nach Fellbach auf sich nahm, wurde Zeuge einer kuriosen und überaus spannenden Begegnung zwischen den Fellbach Warriors und den Badener Greifs. Auf die unnötige Niederlage im vergangenen Spiel gegen den Tabellenletzten aus Kornwestheim kehrte in der Fächerstadt eine spürbare Ernüchterung ein. Im Hinblick auf die verbleibenden starken Gegner, würde ein Sieg die Greifs dem Minimalziel einer positiven Saisonbilanz deutlich näher bringen.

Das schwäbische Wetter zeigte sich nicht gerade von seiner Schokoladenseite und begrüßte die Greifs mit einem gehörigen Gewitter auf welches sinnflutartiger Niederschlag folgte. Die Platzverhältnisse erinnerten zeitweise stark an das Zwischenrunden Spiel der WM 1974 Deutschland – Polen, auch bekannt unter dem Namen „Wasserschlacht von Frankfurt“. Im Gegensatz zu diesem historischen Ereignis leistete an diesem Tage die Drainage des Platzes einen vorzüglichen Job, sodass der Kickoff mit nur kurzer Verspätung erfolgte.

Das erste Quarter prägte hauptsächlich ein respektvolles Abtasten der gegnerischen Reihen. Trotz einem stark ausgedünnten Kader gelang der Karlsruher Offense mehrfach deutliche Raumgewinne welche anfänglich jedoch nicht in Bares umgewandelt werden konnten. Erst im zweiten Quarter trug die Kombination aus den beiden RB Daniel Steffen und Patrik Lediger sowie einer kraftvollen O-Line Früchte, als Ersterer mit einem Run die Fellbacher Verteidigung schwindelig lief und auf 6:0 erhöhte. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte leistete die Defense zuverlässig Ihre Arbeit und zwang den Gegner mehrfach dazu sich vom Ballbesitz zu verabschieden. Kurz vor dem Pausenpfiff konnte DE David Schilling noch einen tief geworfenen Pass des gegnerischen QB an der eigenen 40-Yard-Linie abfangen und zum TD zurücktragen. Mit dem ersten TD seiner Karriere konnte Schilling seine bisher gute Saisonleistung unterstreichen. Den Halbzeitstand von 14:0 zementierte RB Daniel Steffen bei der anschließenden 2-Point-Conversion.

Wie im Spiel gegen den Tabellenletzten gingen die Greifs mit einer Halbzeitführung in die Pause und wurden zu Beginn des dritten Viertel jäh auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht. Die Warriors starteten mit viel Elan und unterbanden über das dritte und nahezu komplette vierte Viertel jeglichen Raumgewinn der Greifs. Desweitern nutzen sie zwei Aussetzer unserer Verteidigung, sodass sie kurz nach der 2-Minute-Warning auf 14:14 ausglichen. Mit verbleibenden 1:45 Minuten auf der Uhr musste Punkte her, um siegreich nach Hause fahren zu können. Nach zwei erfolgreichen Läufen forcierte OC Stefan Cyris das Passspiel was sich als Erfolgsrezept herausstellte. Der tiefe Pass von QB Den Lindenblatt pflückte WR Bartek Rebmann kurz vor den gegnerischen Händen aus der Luft und machte sich auf den Weg in die Endzone. Da die 2-Point-Conversion nur knapp fehl schlug war bei einem 20:14 und noch 0:35 auf der Uhr der Sieg in greifbarer Nähe.

Doch dann kam es so wie es kommen musste, die drei verbleibenden Timeouts, solide ausgeführte Spielzüge sowie ein gutes Playcalling von der Seitenlinie der Fellbacher resultierten in einem sehenswerten Lauf über mehrere Yards zum Ausgleich von 20:20. Der anschließende PAT zum 20:21 für die Warriors aus Fellbach stellte das Finale eines denkwürdigen und spannenden Spiel dar.

Scores: 8 Pkt. Daniel Steffen / 6 Pkt. David Schilling / 6 Pkt. Bartek Rebmann