Badener Greifs schaffen das Wunder von Mannheim

Es ist das Schöne am Sport, dass manchmal wenn alles völlig klar zu sein scheint, es dann doch völlig anders kommt. So passiert es dann, dass der Tabellenletzte den Tabellenführer besiegt, so geschehen am vergangenen Samstag. Bei der Auseinandersetzung zwischen den Rhein-Neckar Bandits und den Badener Greifs, in der GFL2 erwarteten eigentlich alle einen klaren Sieg des gastgebenden American Football Team aus Mannheim, doch der Underdog aus Karlsruhe spielte mutig und engagiert und konnte so einen überraschenden Coup landen.

Das Wunder nimmt seinen Lauf

Das Wunder nimmt seinen Lauf

Die Vorzeichen für die Badener Greifs waren denkbar schlecht. Als Schlusslicht der GFL2 Süd musste man beim Klassenprimus antreten, gegen den man eine Woche zuvor erst vor heimischer Kulisse verloren hatte. Dazu musste man fast auf die gesamte Receiver Crew verzichten. Da konnte es die Greifs Verantwortlichen auch nicht wirklich aufmuntern, dass Mannheim ohne Top-Running Back Danny Washington antreten musste. „Es war uns eigentlich egal, denn er war es nicht der uns im Hinspiel Probleme bereitet hatte.“, beschreibt Defense-Chef Kai Driesnack die Karlsruher Gefühlswelt vor dem Kick-Off.

Was sich dann aber direkt vom Kick-Off an ereignete war wohl für alle überraschend. Direkt im ersten Angriff, zogen die Gäste bis wenige Meter vor die gegnerische Endzone, scheiterten dann aber im vierten Versuch daran zu punkten. Nun war alles gespannt darauf zu sehen, ob die Greifs Abwehr ihren Aufwärtstrend fortsetzen konnten und schnell wurde eines klar. Die gute Leistung aus dem Hinspiel war erst der Anfang. Aggressive, konzentriert und diszipliniert agierte die Karlsruher Verteidigung, das sei vorweg genommen, über das ganze Spiel hinweg. So konnten sich die Gastgeber auch nur via Punt aus der prekären Situation befreien. Dann waren wieder die Greifs dran und auch in der Offense zeigten sie deutliche Verbesserungen zum Hinspiel. Auffällig war die gute Leistung der Running Backs Rinus Presselmayr und Markus Ziegler die unterstützt von einer wiedererstarkten Offense Line die Bandits immer wieder vor Probleme stellten. Der Dritte im Bunde war natürlich Daniel Steffen, der diesen Drive dann auch erfolgreich abschließen durfte und damit den ersten seiner insgesamt drei Touchdowns erzielte. Im zweiten Viertel zeigte sich, dass endlich auch Fortuna sich wieder zu den Greifs bekannte. Ein Pass von Felix Bleimund wurde von Maximilian Zanner aufgenommen und Richtung Endzone getragen. Als die Rhein-Neckar Bandits ihn stoppen konnten, fumbelte er den Ball direkt in die Arme von Jörg Schulz, der das Werk vollenden und die Führung ausbauen konnte.

Kaum zu überwinden - Die Verteidigung der Greifs

Kaum zu überwinden - Die Verteidigung der Greifs

Es entwickelte sich im weiteren Verlauf ein sehr ansehnliches Spiel, bevor es dann mit 20:7 in die Pause ging. Hier nahm sich Bandits Headcoach Washington sein Team wohl ordentlich zur Brust und dürfte wohl vor allem die zahlreichen Turnovers der Gastgeber angesprochen haben. Dementsprechend kamen die Bandits wesentlich stabiler wieder auf das Feld. Das und die Tatsache dass den Badenern wohl bewusst wurde, das hier die große Chance auf eine kleine Sensation bestand, führte wohl dazu, dass die Rhein-Neckar Bandits nun auf Augenhöhe mit ihren Gästen agierten. Mehr ließen die Karlsruher aber nicht zu. Zwar raubte das nun notwendige taktieren der Offense etwas die Kreativität, aber trotz einer Mannheimer Verteidigung die nun meist mit 9 Mann in der Box spielte, war es den Karlsruhern immer noch möglich wichtige Yards am Boden zu machen. Auf der Gegenseite brachte das Passspiel der Bandits nur zu selten den gewünschten Erfolg, so dass die Gastgeber sich ebenfalls auf das Running-Game konzentrierten. Das dadurch die Uhr in Bewegung blieb konnte den Gästen natürlich nur recht sein. Trotz allem wurde das Spiel nicht langweilig. Im Gegenteil, beide Teams gingen nun an die Grenzen des Erlaubten, was das Spiel aber insgesamt, auch dank einer sehr guten Schiedsrichter Crew, nicht unfair machte. Auch als ein Bandits Spieler plötzlich auf seine Gegner mit Fäusten einschlug war dies wohl eher ein Zeichen von durchgebrannten Nerven als von einer Unsportlichkeit. Den Unparteiischen blieb aber natürlich dennoch keine andere Wahl als ihn vom weiteren Spiel auszuschließen. Absolut bemerkenswert war das Verhalten der Greifs-Spieler in der Team Zone. Lautstark und mit großer Leidenschaft wurden die Kollegen auf dem Feld unterstützt, so dass es den Bandits teilweise so vorgekommen sein muss, als würden sie gegen eine große Überzahl an Gegnern spielen müssen. Unterm Strich konnten beide Teams noch einmal punkten was einen 26:15 Endstand und den ersten Saisonsieg für die Greifs bedeutete.

„Das Wichtigste war vielleicht, dass das Team gesehen hat, zu was es in der Lage ist. Ich denke das war vielen Spielern gar nicht klar.“, resümiert ein glücklicher Chef-Trainer Stefan Cyris. Am kommenden Sonntag wollen die Greifs dann zu Hause gegen die Weinheim Longhorns die lang ersehnte Revanche vollziehen. „Wir alle können dieses Spiel kaum erwarten. Wir haben im Hinspiel den Sieg dummerweise aus der Hand gegeben. Ich bin überzeugt davon, dass die Spieler sich zerreißen werden um das wieder gut zu machen.“, verkünden der Pressesprecher der Greifs. Sollte das Team von Stefan Cyris wieder in dieser Verfassung wie in Mannheim auftreten, dürfen sich die Fans der Greifs auf ein tolles Spiel freuen.

1 comment

  1. Tobi 7 Jahren ago 6. Juni 2011

    Ja geil!!! Herzlichen Glückwunsch! Jetzt gehts ab!