Greifs-Verteidigung feiert Wiederauferstehung – aber Offense ohne Chance

Bei herrlichem Wetter und vor etwa 250 Zuschauern fand das Lokal-Derby zwischen den Badener Greifs und den Rhein-Neckar Bandits aus Mannheim statt. Zwar mussten sich die Karlsruher Greifvögel mit 29:7 geschlagen geben, freuen sich aber über eine endlich starke Leistung ihrer Defensive Abteilung.

Blauer Himmel, viel Sonne und hohe Temperaturen, ein eigentlich schon zu schönes Wetter um American Football zu spielen. 250 Zuschauer wollten sich dennoch den zweiten Heimauftritt der Badener Greifs im Eggensteiner Schulsport Zentrum nicht entgehen lassen. Sicherlich fanden auch ein paar Bandits-Fans aus dem benachbarten Mannheim den Weg in den Karlsruher Großraum, zumal ihr Team als Tabellenführer der GFL2 und damit als klarer Favorit ins Spiel ging.

Für gewöhnlich pflegen die Badener gleich im ersten Drive erst mal zu punkten. Diesmal allerdings verloren sie den Ball beim Kick-Off Return und gaben den Gästen somit gleich eine gute Gelegenheit ihrerseits zu punkten. Die Bandits ließen sich auch nicht großartig bitten und trieben das Lederei in die Endzone. Für die Greifs Offensive hieß es im Anschluss „Three and out“ und kurze Zeit später erhöhten die Gäste auf 14:0. Manch einem Greifs-Anhänger dürfte nun böse geschwant haben. Doch statt sich nun vollends auf dem Feld düpieren zu lassen, besann sich die Greifs-Verteidigung auf ihr Können. Viel Kritik mussten die Verteidiger der Karlsruher zuletzt einstecken, doch nun schienen sie sich ihren Frust von der Seele zu spielen. Danny Washington, der Top-Running Back der Liga bekam nicht einen langen Lauf. Als erste Defense in dieser Saison, schafften es die Gastgeber ihn zu kontrollieren und vermiesten ihm schnell den Spaß am Spiel, was ein Schlüssel zum Achtungserfolg der Greifs war. Darüber hinaus agierten sie stark an der Line und schafften es immer wieder mit unbedingtem Willen und hohem Einsatz die entstandene Lücken zu schließen.

Große Probleme gab es diesmal auf Seiten der Offense. Was auch immer die Greifs sich hier einfallen ließen, die Bandits hatten fast immer ein Antwort parat. „Unser Gameplan ist heute offensichtlich nicht aufgegangen“, meinte Chef-Trainer Stefan Cyris. Erst in der zweiten Hälfte konnten die Karlsruher den Ball häufiger übers Feld bewegen und kamen dann auch nach einem Pass von Felix Bleimund auf Sebastian Fünfgeld zu ihrem Touchdown. Das reichte aber bei weitem nicht. Auch wenn Washington praktisch während der gesamten Partie keine Rolle spielte, zeigten die Gäste dass sie auch darüber hinaus über ein gutes Team verfügen. Zwar konnte die Badener Defense sie immer wieder in prekärer Situationen bringen, aber gelegentlich schafften es die Gäste eben doch, zum Erfolg zu kommen.  „Wir haben es mit unserer Offense versäumt das Spiel eng zu halten, obwohl wir ein knapperes Resultat vielleicht verdient gehabt hätten“, kommentierte Cyris das Ergebnis.

Moralisch ließen sich die Badener Greifs aber nicht unterkriegen. „Ich bin stolz auf meine Jungs, die heute endlich mal als Einheit agiert haben. Wenn wir das so beibehalten können werden wir auch bald anfangen zu gewinnen“, gibt sich Defense Chef-Coach Kai Driesnack zuversichtlich. „Wenn die Abwehr diese Leistung kompensieren kann, nimmt das viel Druck von unseren Schultern, das würde uns sehr helfen“, meint auch Greifs Quarterback Felix Bleimund.

Zunächst einmal kommt es für beide Teams zum direkten Rückspiel in Mannheim. Hier bleiben die Bandits natürlich in der Favoritenrolle. Am 12.06. spielen die Greifs dann wieder daheim gegen Weinheim, gegen jenen Gegner den sie im Hinspiel schon am Rande einer Niederlage hatten, den Sieg dann aber in den letzten Minuten noch aus der Hand geben mussten.

Wieder mal überragend präsentierten sich die kleinen Greifs. Mit einem überzeugendem 42:0 schickten sie die Red Knights wieder nach Hause, nach Tübingen.